An dieser Stelle wird während der Bauphase über den aktuellen Stand der Arbeiten und die weitere Entwicklung berichtet:
Nun kann es endlich weitergehen: Die Bauarbeiten zur Dachsanierung des Dörverdener Hallenbades werden fortgesetzt.
„Eigentlich war die Wiedereröffnung für November des letzten Jahres geplant“, erinnert Bürgermeister Alexander von Seggern an den bisherigen Werdegang der im Mai 2025 begonnenen Arbeiten. Bei den Abbrucharbeiten stellte sich dann allerdings heraus, dass das vorhandene Mauerwerk nicht ausreichend tragfähig ist. Beide Giebelwände und die Mauerwerkslage auf dem alten Ringanker mussten zusätzlich abgetragen und die Bauausführung von Ringanker und Giebel neu geplant werden. Die Bauarbeiten wurden daraufhin eingestellt.
„Was vielleicht einfach klingt, entpuppte sich in der Rückschau leider zeitlich als echter Bremsklotz und ist wirklich sehr ärgerlich“, stellt von Seggern frustriert fest. Seit Juli 2025 arbeitete nämlich das beauftragte Planungsbüro an der erforderlichen Nachtragsstatik, die mehrfach angepasst werden musste, um die notwendigen Anforderungen an Sicherheit, Stabilität und Konformität zu erfüllen.
Das Verfahren verzögerte sich dadurch immer weiter, so dass am Ende sogar eine unabhängige Prüfstatikerin eingeschaltet wurde. Diese hat schließlich Anfang Dezember 2025 die geänderte Statik abschließend geprüft und freigegeben.
Auf dieser Grundlage hat der Landkreis Verden kurz vor Weihnachten 2025 die im Verfahren erforderliche Nachtragsgenehmigung erteilt. Von der geänderten Ausführung sind zwei Gewerke, nämlich Rohbau und Zimmerarbeiten, betroffen. Mit beiden beauftragten Unternehmen konnten die erforderlichen Änderungen erfreulicherweise sehr kurzfristig abgestimmt werden.
Die Anlieferung des Materials für die Wiederaufnahme der Rohbauarbeiten erfolgt auch schon gleich in den kommenden Tagen. Auf der Baustelle wird damit ab Ende Februar endlich wieder gearbeitet. Die Rohbauarbeiten selbst dauern voraussichtlich bis Ende März.
Daran anschließen sollen sich die Zimmerarbeiten. Die Montage der drei neuen Brettsichtholzbinder ist in den Osterferien vorgesehen. Jedes dieser massigen Bauteile ist übrigens etwa 23 m lang und wiegt jeweils rd. 5 Tonnen.
Die Ausführungsplanung aller darauffolgenden Gewerke ist von der Änderung der Statik nicht betroffen, so dass die beauftragten Unternehmen die Arbeiten nachfolgend wie ursprünglich geplant durchführen können.
„Sofern es nicht zu weiteren unvorhersehbaren Problemen kommt, wird das Projekt nun hoffentlich bis zu den Sommerferien abgeschlossen sein“, setzt von Seggern jedenfalls auf einen reibungslosen Fortgang. Damit steht fest, dass das Hallenbad jedenfalls auch für den Rest des laufenden Schuljahres leider nicht zur Verfügung steht.
(Stand: 25.02.2026)
Mit der Baustelleneinrichtung und dem Baugerüst wurde die Sanierungsmaßnahme gestartet.© Gemeinde Dörverden
Das marode Hallenbaddach wurde abgerissen.© Gemeinde Dörverden
Blick auf die alte Stahlträgerkonstruktion des Hallenbaddaches.© Gemeinde Dörverden
Blick in das eingerüstete Innere der Schwimmhalle.© Gemeinde Dörverden
Das marode Dach sowie Teile der Giebel wurden abgetragen.© Gemeinde Dörverden
Blick in die Schwimmhalle mit gesicherter Fensterfront© Gemeinde Dörverden
Beide Giebelwände und die Mauerwerkslage auf dem alten Ringanker mussten zusätzlich abgetragen werden.© Gemeinde Dörverden
Im November 2025 erfolgt die Aufstockung des Gerüstes an den Längsseiten auf 2 Meter statt wie ursprünglich geplant auf 1 Meter sowie das Aufbringen einer Winterplane.© Gemeinde Dörverden
Im November 2025 wurde eine sog. Winterplane als Einhausung aufgezogen.© Gemeinde Dörverden
Erster Giebel ist fertig, Ansicht vom Gerüst© Gemeinde Dörverden
Zweiter Giebel ist eingeschalt und wird in KW 20 betoniert© Gemeinde Dörverden
Zum Hintergrund:
Bereits seit 2021 überspannte eine Notdachplane das marode Dach des Dörverdener Hallenbades. Zuletzt litt zusätzlich auch das Erscheinungsbild im Inneren der Schwimmhalle massiv unter den Feuchtigkeitsschäden. Der Baustart erfolgte im Mai 2025. Dazu ist das Hallenbad seit dem 01.05.2025 vorübergehend komplett geschlossen.
Das Lehrschwimmbecken ist für eine kleine Gemeinde wie Dörverden ein echtes Kleinod, haben doch Generationen von Kindern im Schulunterricht und den örtlichen Vereinen darin das Schwimmen gelernt. Neben den öffentlichen Badezeiten bietet das Hallenbad daneben auch Gruppen und Kursen einen perfekten Platz, um lebensrettende Fähigkeiten zu erlernen.
Die Schließung des Bades über einen längeren Zeitraum bedeutet, wie schon in der Corona-Zeit, einen erheblichen Einschnitt für alle Betroffenen. Dessen sind sich auch die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung bewusst. Wie wichtig es ist, dass schon Kinder schwimmen lernen, gilt vielleicht ganz besonders in der Gemeinde Dörverden, die bekanntlich das Aller-Weser-Dreieck bildet. „Ich bin aber davon überzeugt, dass mit der Sanierung - trotz aller Widrigkeiten – auch ein deutliches Zeichen zum langfristigen Erhalt des Hallenbades gesetzt wird“, wirbt von Seggern um Verständnis.
Ein von der Verwaltung beauftragtes Fachbüro hat die umfangreichen Planungsunterlagen erstellt, auf deren Grundlage die Baugenehmigung durch den Landkreis Verden im Oktober 2024 erteilt wurde. Die Ausschreibungsverfahren für die jeweiligen Gewerke wurde durch die zentrale Vergabestelle im Kreishaus durchgeführt.
Die Dachform wird unverändert als Satteldach ausgeführt. Allerdings wird sich im Innenbereich etwas Wesentliches verändern: Die bisher niedrige abgehängte Decke entfällt, weil die Dachkonstruktion in Sichtqualität ausgeführt wird. „Das wird der Halle sicher nochmal eine ganz andere Wirkung geben und das Raumgefühl verbessern“, freut sich der Bürgermeister auf die Neugestaltung. Dadurch wird zugleich die aufwendige thermische Trennung zwischen dem bisherigen Kaltdachraum und der Schwimmhalle vermieden.
In den Gesamtkosten in Höhe von rd. 850.000 €, die der Rat der Gemeinde für dieses Projekt über die Haushalte der Vorjahre bereitgestellt hat, sind neben den üblichen Gewerken auch die energetische Sanierung der noch nicht gedämmten Giebelseiten mittels Wärmedämm-Verbundsystem, ein Fassadenbegrünungssystem sowie eine PV-Anlage mit einer Leistung von ca. 24 kWp enthalten. Der erzeugte Strom wird für einen vorrangigen Eigenverbrauch in das Hausnetz eingespeist.
Um den Badegästen vor der langen Schließzeit noch eine zusätzliche Möglichkeit zur Nutzung zu bieten, war das Hallenbad in den Osterferien 2025 zu den regulären öffentlichen Schwimmzeiten geöffnet.
Auf dem Gelände des Hallenbads mussten vor Baubeginn drei Bäume entfernt werden. Es handelte sich um drei Hainbuchen mit einer Höhe von ca. 5 m und einem Stammumfang von ca. 20 bis 25 cm. Die Bäume wurden allerdings nicht gefällt, sondern mit Wurzel ausgegraben und am Ehrenmal Westen eingepflanzt. Mit guter Bewässerung sollten die Bäume erhalten bleiben und am neuen Standort wieder angehen.
ZILE-Förderung in Höhe von 500.000 € bewilligt
Eine gute Nachricht hatte Christiane Unruh, Dezernatsteilleiterin im Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg, Geschäftsstelle Verden, im Gepäck, als Sie im Oktober 2025 zusammen mit Mitarbeiter Cort-Brün Voige der Baustelle am Dörverdener Hallenbad einen Besuch abstattete. So konnte sie dem sichtlich erfreuten Bürgermeister Alexander von Seggern einen Förderbescheid über 500.000 € überreichen. Vor Baubeginn war dem Antrag auf vorzeitigen Vorhabenbeginn bereits entsprochen worden.
„Der Erhalt des Hallenbads ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die Lebensqualität vor Ort durch gezielte Strukturförderung im ländlichen Raum attraktiv gehalten werden kann“, freute sich Unruh beim Rundgang über die Baustelle.
Das geförderte Vorhaben umfasst die Dacherneuerung inkl. Dämmung und Entwässerung, die Erneuerung der Heizungs-, Lüftungs- und Elektrotechnik mit den erforderlichen Maßnahmen im Innenbereich sowie die Dämmung und Begrünung von Außenwänden des Hallenbads.
„Diese hohe Anteilsfinanzierung ist ein zentraler Baustein, ohne die dieses Projekt für die finanzschwache Gemeinde Dörverden vermutlich gar nicht in Frage gekommen wäre“, betont von Seggern ausdrücklich. Auf die Förderung wird künftig durch eine Erläuterungstafel hingewiesen, die am Gebäude angebracht wird.
Der Gerüstbauer hat im November 2025 das Gerüst aufgestockt. Ein großer Teil der Aufstockung war bereits für weitere Arbeiten im ursprünglichen Auftrag enthalten, dies wurde vorgezogen. Die zusätzlich notwendigen Arbeiten sind die Aufstockung des Gerüstes an den Längsseiten auf 2 Meter statt wie geplant 1 Meter, sowie das Aufbringen einer Winterplane als Einhausung.























