Die Kümmerer in Orange
13.07.2010Der Baubetriebshof pflegt die Gemeinde-Einrichtungen – aber nicht nur das …
Der Baubetriebshof der Gemeinde Dörverden beschäftigt zurzeit neun fest angestellte Mitarbeiter, nachdem im vergangenen Jahr eine Stelle abgebaut worden ist. Sie verrichten regelmäßig wiederkehrende Arbeiten. Die Leitung hat Axel Zasowski inne.
Die neun Mitarbeiter des Baubetriebshofes mit ihrem Leiter Axel Zasowski (links) vor dem großen Schlepper, der je nach Bedarf bestückt werden kann mit einer Schaufel, einem Mähwerk, Schneepflug und Salzsteuer oder einem Häcksler.© Dirk KattwinkelIn den Wintermonaten bildet die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit einen Arbeitsschwerpunkt. Im Sommer nimmt die Grünflächenpflege einen Großteil der Kapazitäten in Anspruch. Beispielsweise mäht der Baubetriebshof etwa im Wochenrhythmus sechs gemeindeeigene Sportplätze - eine Vorgabe des Gemeinderats zur Förderung des Fußballsportes und der damit einhergehenden Jugendarbeit der Vereine.
Eine weitere Aufgabe: die Spielplatzpflege. Nach einer Richtlinie müssen die 26 Spielplätze in der Gemeinde in der Saison wöchentlich kontrolliert werden. Und keine Kontrolle ohne Pflege: Die Rasenflächen müssen gemäht, die Spielgeräte ab und an repariert, der Müll entsorgt werden. Ein Mitarbeiter des Baubetriebshofes ist damit in den Sommermonaten durchgehend ausgelastet. Weiterhin gilt es, etwa 140 öffentliche Mülleimer in der Gemeinde regelmäßig zu leeren. Auch die fünf gemeindeeigenen Friedhöfe sind in Ordnung zu halten. Das bedeutet mähen, Unkraut jäten, Hecken schneiden ... Teilweise vergibt die Gemeindeverwaltung diese Aufgaben an Privatfirmen.
Für die Mitarbeiter des Baubetriebshofes fallen schließlich viele weitere Arbeiten an: Sie müssen entlang von 80 Kilometern Strecke die Seitenstreifen der Straßen mähen, etwa 40 Bushaltestellen in Ordnung halten und viele gemeindeeigene Grundstücke pflegen: die der Kindergärten, der (ehemaligen) Rathäuser und Feuerwehren. Außerdem sind in der gesamten Gemeinde Jungbäume zu gießen, Hecken und Verkehrsinseln zu pflegen.
Nach dem besonders langen und harten Winter müssen auf 70 Kilometern Länge die Beläge der Gemeindestraßen ausgebessert werden. Nachdem zunächst die größeren Löcher in der Fahrbahn geschlossen wurden, werden nun die unzähligen Netzrisse in den Straßenbelägen fachmännisch vergossen. Damit sind zwei Mitarbeiter des Baubetriebshofes durchgehend beschäftigt, und zusätzlich werden Straßenreparatur-Aufträge demnächst an private Firmen vergeben.
Immer wieder fallen auch Hausmeistertätigkeiten bei den Immobilien der Gemeinde an, etwa das Säubern von Dachrinnen, das Freimachen verstopfter Leitungen, kleinere Ausbesserungsarbeiten, Zaunreparaturen oder das Beheben von Absackungen in Wegen.
Bei Festen in der Gemeinde kümmern sich die Mitarbeiter des Baubetriebshofs um nötige Straßensperrungen. Sie unterstützen bei Bedarf die Schulhausmeister, lagern Fundsachen ein, ... - es würde den Rahmen sprengen, das Aufgabenspektrum umfassend und vollständig zu beschreiben.
Die Gemeinde vergibt Aufträge aber auch regelmäßig an örtliche Firmen, die bei Bedarf mit dem Baubetriebshof zusammenarbeiten. Weil die Gemeinde gehalten ist, verantwortungsvoll mit Steuergeldern umzugehen, prüft sie stets, ob und wie sich der Baubetriebshof bei größeren Baumaßnahmen einbringen kann, um deren Kosten zu reduzieren. So übernehmen die Mitarbeiter beispielsweise Abbrucharbeiten oder Entkernungen und Tapezier-, Fliesen-, Heizungs- oder Straßenbauarbeiten wie das Neuverlegen eines Gehweges - immer sofern es die Zeit erlaubt und es sich nur um kleinere (Ausbesserungs-)Arbeiten handelt.
Der Baubetriebshof ist ein Aushängeschild für die Gemeinde. Aufgrund seiner zahlreichen Aufgaben steht er natürlich oft unter besonderer Beobachtung - und wo viel gearbeitet wird, wird seitens mancher Bürger auch viel kritisiert (öfter jedenfalls, als die Arbeiter ein Lob erfahren).
Die Mitarbeiter des Baubetriebshofes sind sich bewusst, dass sie für einen Servicebetrieb für die Allgemeinheit arbeiten, für die Bürgerinnen und Bürger. Und das tun sie gerne.
Text und Foto: Verdener Aller-Zeitung vom 09.07.2010
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